Minderung

Minderung des Kaufpreises

Minderung des Kaufpreises beim AutokaufWenn ein erheblicher Mangel am Auto vorliegt und der Verkäufer nicht innerhalb einer angemessenen Frist für die Beseitigung sorgt, liegen die die Voraussetzungen des Rücktritts vor, der Autokäufer kann den Wagen also zurückgebenm. Allerdings ist der Autokäufer nicht dazu gezwungen. Er kann stattdessen auch den Kaufpreis mindern, das ist die so genannte Minderung. Auch dieses Recht wird durch eine einseitige Erklärung gegenüber dem Autoverkäufer abgegeben und stellt, je nach Einzelfall, eine sinnvolle Alternative zum Rücktritt dar.

Berechnungsweise des Minderungsbetrages

Doch wie hoch ist die Minderung? Im Prinzip ist die Minderung nichts anderes als eine nachträgliche Reduzierung des Kaufpreises. Es wird mehr oder weniger der Kaufpreis an den Wert des mangelhaften Fahrzeugs angepasst.

Im Gesetz ist geregelt, wie die Minderung erfolgt. § 441 Abs. 3 BGB bestimmt zur Berechnungsweise der Kaufpreisminderung:

Bei der Minderung ist der Kaufpreis in dem Verhältnis herabzusetzen, in welchem zur Zeit des Vertragsschlusses der Wert der Sache in mangelfreiem Zustand zu dem wirklichen Wert gestanden haben würde. Die Minderung ist, soweit erforderlich, durch Schätzung zu ermitteln.

Ein guter Anhaltspunkt für die Reduzierung des Kaufpreises ist der Mangelbeseitigungsaufwand. Das sind oftmals die Kosten, die eine Fachwerkstatt für eine Reparatur oder die Installation eines fehlenden Ausstattungsmerkmals in Rechnung stellen würde. Hierzu genügt an sich die Vorlage eines qualifizierten Kostenvoranschlages.

Es bietet sich jedoch gerade bei Konfliktfällen an, den konkreten Minderungswert durch einen qualifizierten Sachverständigen schätzen zu lassen. Je nach Fallgestaltung muss der Verkäufer die Kosten für ein solches Gutachten übernehmen, wenn er die Nacherfüllung zuvor verweigert hat oder diese fehlgeschlagen ist.

Neben den Kosten für die Beseitigung von Mängel gibt es auch bleibende Wertminderungen, die nicht beseitigt werden können, so etwa die Eigenschaft als „Unfallauto“. Hier muss ein Sachverständiger den merkantilen Minderwert, also den Mindererlös bei einer Vermarktung des Fahrzeugs, ermitteln.

Rücktritt oder Minderung?

Die Herabsenkung des Kaufpreises kann in manchen Fällen der sicherere Weg für den Fahrzeugerwerber sein. Beim Rücktritt wird der gesamte Vertrag rückgängig gemacht. Deshalb sieht das Gesetz vor, dass die Pflichtverletzung des Verkäufers „erheblich“ sein muss. Erheblichkeit des Mangels liegt nach der neueren Rechtsprechung dann vor, wenn die Beseitigungskosten mindestens 5 % des Kaufpreises betragen. Nicht immer ist vor einem möglichen Rechtsstreit klar, ob diese Schwelle wirklich überschritten wird oder der Mangel aus anderen Gründen unerheblich sein könnte. Dann kann der Rücktritt scheitern.

Bei der Minderung hingegen gibt es keine Erheblichkeitsschwelle. Die Minderung kann auch dann erfolgreich verlangt werden, wenn die Kosten der Beseitigung unter 5 % liegen. Außerdem kann der Käufer das Fahrzeug behalten, was je nach Sachlage von Interesse sein kann. Die Minderung eignet sich daher immer dann, wenn der Käufer mit dem Defekt leben kann, das Fahrzeug behalten will oder unklar ist, ob der konkrete Mangel schwerwiegend genug für einen Rücktritt ist.